Zehn Jahre DesignEuropa Awards: EUIPO-Podcast beleuchtet den Wert von Designschutz
Design schützt sich nicht von selbst. Wer heute ein Visual, eine Verpackung oder ein Studio-Branding ausliefert, ohne die Eintragung als EU-Geschmacksmuster zu prüfen, verschenkt einen messbaren Anteil des eigenen Markenwerts.

Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) veröffentlicht dazu eine neue Folge seines Podcast-Formats „Creative Sparks: From inspiration to innovation". Die Episode „Lessons from the Greats: Europe's design stories" fällt zeitlich mit dem zehnjährigen Jubiläum der DesignEuropa Awards zusammen, die am 22. September 2026 in Ljubljana stattfinden. Für Kreativagenturen, Podcast-Produzentinnen und Markenverantwortliche liefert die Folge vor allem eines: eine IP-Strategie-Vorlage aus erster Hand.
Schutz von Anfang an mitdenken
Die Episode bringt zwei Stimmen aus der Designpraxis zusammen: Päivi Tahkokallio, Designerin und Jurymitglied der DesignEuropa Awards, sowie Rosalía Cano, Action Manager der Awards bei der EUIPO. Im Zentrum steht die Frage, wie Design vom reinen Produktmerkmal zum Geschäftswert wird — und warum der Schutz dieses Werts bereits in der Konzeptphase beginnen muss.
Konkret geht es um eingetragene EU-Geschmacksmuster: Sie decken das Erscheinungsbild eines Produkts europaweit über einen einzigen Antrag ab. Für eine Kreativagentur heißt das: Wer Brand-Identität, Verpackung, Interface oder Set-Design registriert, sichert sich eine belastbare Grundlage gegen Nachahmung — und damit einen Wettbewerbsvorteil, der sich bilanzieren lässt.
Zehn Jahre Awards, zwei Kategorien mit Hebel
Die DesignEuropa Awards werden seit 2016 von der EUIPO ausgerichtet und prämieren Exzellenz im Designmanagement. Aus Sicht der Audio- und Medienproduktion sind zwei Kategorien besonders relevant: „Next Generation Design" und „Entrepreneurs and Small Companies". Beide geben aufstiegenden Studios und kleineren Agenturen eine europäische Bühne und belegen, dass Designqualität plus IP-Strategie nicht an Konzernbudgets hängen.
Im Jubiläumsjahr erhält Philippe Starck den Lifetime Achievement Award. Wer die Preisverleihung verfolgen oder die Beiträge der Finalistinnen sichten will, hat den 22. September 2026 als festen Termin.
Audit-Check für Studios und Agenturen
- Markenauftritt inventarisieren: Welche visuellen Assets (Logo, Verpackung, UI, Studio-Look) sind aktuell als EU-Geschmacksmuster hinterlegt?
- Schutzlücken identifizieren: Welche Designelemente, die wir regelmäßig an Kunden liefern, sind bislang ungeschützt?
- Konzeptbriefing ergänzen: Wird im Pitch- und Produktionsprozess die IP-Frage (Marke, Design, Urheberrecht) systematisch gestellt?
- Budgetposition prüfen: Ist ein Posten für Eintragung und Aufrechterhaltung von EU-Geschmacksmustern eingeplant?
- Sichtbarkeit nutzen: Für kleinere Studios lohnt ein Blick auf die Kategorie „Entrepreneurs and Small Companies" als PR-Instrument.
Neue Folgen von „Creative Sparks" erscheinen nach Angaben der EUIPO in regelmäßigen Abständen. Wer die Reihe als Inspirationsquelle für eigene Marken- und Storytelling-Entscheidungen nutzt, kombiniert Content-Konsum mit einem konkreten IP-Audit im eigenen Haus.